Kurze Projektbeschreibung In
Vernetzung von Berufsfachschulen für Kinderpflege
(BFS), Städtischen Kinderkrippen der LHS München,
Berufsbezogener Jugendhilfe (BBJH) und Berufsvorbereitung
(BV):
Konzeption und Realisation einer neuartigen Maßnahme:
Jungen Müttern mit besonderem Förderbedarf
soll die Gelegenheit zu einer Ausbildung zur staatlich
geprüften Kinderpflegerin mit sozialpädagogischer
Begleitung und gleichzeitiger Kinderbetreuung gegeben
werden.
Ein innovatives Projekt wird für vier Monate anschubfinanziert.
Träger
Initiative „Ausbildung für junge Mütter“:
freiwilliger Arbeitskreis fünf engagierter Frauen
und Mütter aus Einrichtungen der BBJH München,
einem Bildungsträger und der Städtischen Kinderkrippen.
- Nutzung der verwaltungstechnischen Ressourcen des
Stadtwerkeprojekts, einer Einrichtung der BBJH München.
Ausgangssituation
Junge, sozial benachteiligte Frauen mit familiärer
Verantwortung müssen äußere und innere
Barrieren überwinden, um den beruflichen Einstieg
zu finden.
Äußere Barrieren können fehlende Kinderbetreuung,
mangelnde Bereitschaft der Ausbildungsstätten,
soziale Problemlagen junger Mütter so wie fehlende
Netzwerke und brüchige Schulkarrieren sein.
Gesellschaftlich tradierte Leitbilder, die die Mutterschaft
der individualisierenden Berufstätigkeit vorzieht,
sind als innere Barriere zu verstehen sowie das Hin-
und Her zwischen eigenem Leben und Dasein für andere,
das die Unentschiedenheit des weiblichen Individualisierungsprozesses
zeigt.
Vor allem bildungsferne junge Frauen, die in der Perspektive
Muttersein gesellschaftliche Akzeptanz suchen, entfernen
sich gleichzeitig von einer eigenständigen ökonomischen
Zukunft.
Projektziel
Das Ziel ist, die Angebote für benachteiligte junge
Mütter bzgl. Ausbildung und Qualifizierung in München
zu verbessern und damit einen Beitrag zur Verbesserung
der beruflichen Bildung, der arbeitsmarktlichen Integration
der jungen Mütter und Kind zu leisten.
Wiedereinstieg der jungen Mütter in das staatliche
Bildungs- und Ausbildungssystem mit der Option weitergehender
beruflicher Bildung. Junge Mütter sollen dazu ermutigt
werden, an ihren bereits erworbenen Fähigkeiten
und vorhandenen Stärken anzuknüpfen und in
einem unterstützenden Kontext berufliche Herausforderungen
annehmen.
Nachdem die jungen Mütter einen stabilen Berufswunsch
zur Kinderpflegerin entwickelt haben und über Praktika
und eventuellen Nachholen des Hauptschulabschlusses
eine fundierte Basis geschaffen haben, erfolgt die Aufnahme
der Ausbildung zur Kinderpflegerin.
Verlauf/ Fazit
Das integrierte Projektziel Ausbildungsmöglichkeiten
für junge Mütter bei gesicherter Kinderbetreuung
zu schaffen wurde mit der Initiierung des weit vernetzten
Arbeitskreises in München mit acht Teilnehmerinnen
und einer konkreten Bewerbungsphase mit 13 Bewerberinnen,
sehr erfolgreich umgesetzt. Das Projekt MinA hat sich
konstituiert.
Die Kooperation mit den städtischen Berufsfachschulen
für Kinderpflege und der Berufsfachschule der Caritas
ergaben die konkrete Vereinbarung über gesamt neun
Ausbildungsstellen (sieben und zwei), die für Teilnehmerinnen
am MinA-Projekt reserviert sind. Parallel dazu wird
die Kinderbetreuung über die städtischen Kindertageseinrichtungen
gewährleistet. Die Eingewöhnung der zu betreuenden
Kinder wird mit Juli/August 2006 beginnen. Der Ausbildungsbeginn
ist zum September 2006.
Das Projekt wird nach Ende der Förderung über
den ESF als Abteilung des Stadtwerkeprojekts (Spectrum
e.V.) nachhaltig weitergeführt. Es gibt bereits
Finanzierungszusagen von der LH München, die Teilnehmerinnenfinanzierung
wird über BAFÖG, SGBII oder individuellen
Stiftungsmitteln geschehen. Bis die Finanzierung der
sozialpädagogischen Betreuung abschließend
geklärt ist, werden die Teilnehmerinnen von den
Einrichtungen von Spectrum e.V. (Berufsvorbereitung,
Stadtwerkeprojekt, Bildungsträger) betreut.
FAZIT: ein modellhaftes innovatives Projekt für
die berufsbezogene Jugendhilfe wurde entwickelt und
erste Schritte zielgeführt in einer knapp fünfmonatigen
Laufzeit umgesetzt.
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